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Eine Zumutung! Langsam Laufen! Pah!

Neben dem Wetterthema ist das Thema “langsames Laufen” in den Top 10 der Läufer-Diskussionshitlist ganz weit oben. Sportler, die bei mir trainieren, können ein Lied davon singen und in der Regel hält sich die Begeisterung – zumindest anfangs – in sehr engen Grenzen.

Dass langsames Laufen dazu beiträgt schneller zu werden ist zwar weitgehend akzeptiert, was das aber genau bedeutet, das ist vielen Läufern nicht in Gänze klar.

Die erste Reaktion ist in der Regel: Aaaalta ist das anstrengend! Und saublöd noch dazu.

Ja! Langsames Laufen ist tatsächlich anstrengend.

Aus mehreren Gründen.

  1. Fürs Ego – was denken denn die anderen? Glaubt mir doch niemand, dass ich schneller könnte. Das dauert ja ewig… – ist aber alles komplett egal!!
  2. Für den Körper – irgendwie komme ich ja dennoch ins Schwitzen. Warum tun meine Beine eigentlich so weh? Mache ich was falsch? – Nein! Aber Du machst neben dem Ausdauer- gleichzeitig ein Krafttraining, da Deine Muskeln beim langsamen Laufen viel mehr stabilisierend arbeiten müssen!

Bei ambitionierten Läufern, und das sind nicht nur Leistungssportler, sondern durchaus auch hochmotivierte Laufeinsteiger, spielt das Tempo das man laufen kann nach wie vor eine riesen Rolle. Schneller, weiter, besser!

Nein!

Um langfristig schnell und vor allem auch verletzungsfrei laufen zu können, spielt ein solides Fundament an Grundlagenausdauer eine wichtige Rolle. Denn das Herz-Kreislauf-System passt sich zwar recht schnell an neue Belastungen an, aber alle festeren Strukturen, Sehnen, Bänder, Knochen, Faszien, brauchen deutlich (!) länger. Schon alleine deswegen sollte man langsam anfangen und sowohl Tempo, als auch Distanz, nur langsam steigern. Sonst kommen über kurz oder lang die ersten Wehwehchen, Verletzungen oder die große Unlust.

Also ist es wichtig das Ego mal ein bisschen an die kürzere Leine zu nehmen und sich auf langsame Läufe einzulassen.

Was genau sind denn nun langsame Läufe und was bewirken sie?

Von langsamen Läufen sprechen wir, wenn sich der Puls bei um die 70% der maximalen Herzfrequenz bewegt. Der Sportler läuft dabei im aeroben Bereich, das heißt, dass der Muskulatur immer ausreichend Sauerstoff zur Verfügung steht. Die Belastung ist also niedrig, ebenso der Puls. Der Körper lernt dabei die Muskulatur optimal mit Sauerstoff zu versorgen. Und langsam aber sicher steigt die Leistungsfähigkeit. Das merkt man daran, dass man bei gleichem Puls nach und nach ein schnelleres Tempo laufen kann.

Zudem hat langsames Laufen noch weitere positive Effekte. Das Immunsystem wird gestärkt, Stress wird abgebaut, die Blutzirkulation verbessert sich und der Fettstoffwechsel ist aktiv. Und wer sich schon immer mal fragte, was denn eigentlich der sogenannte Flow ist, der sollte mal einen langen Lauf mit einer Herzfrequenz um die 75% der maximalen Herzfrequenz laufen. Vielleicht gibt es dann die Auflösung…

Wer sich mit langsamen Läufen ein gutes Fundament aufbaut, wird langfristig nicht nur schneller werden, sondern vor allem auch verletzungsfrei laufen. Habt ein bisschen Geduld und probiert es einmal aus. Gerade die Winterzeit bietet sich dafür an. Und es gibt wirklich Schlimmeres, als mit oder ohne Musik, aber mit offenen Augen und genießend durch die Gegend zu laufen, und am Ende einmal nicht mit letzter Kraft und auf dem Zahnfleisch kriechend zu Hause anzukommen.

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