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Voll im Tunnel – Laufen im Flow

Kennt Ihr das auch? Ich lauft durch die Gegend, schaut Euch plötzlich leicht irritiert um und wundert Euch, wie genau Ihr dahin gekommen seid, wo Ihr Euch gerade rumtreibt. Die letzten Kilometer waren Euch so gar nicht bewusst und eigentlich hattet Ihr doch auch eine ganz andere Strecke geplant…

So ist es mir heute Morgen bei meinem Lauf mal wieder ergangen, wie nicht selten bei langen und sehr ruhigen Läufen. Auf meinem Trainingsplan stand heute ein lockerer GA I – Lauf, bei 70 – 75% der maximalen Herzfrequenz (HFmax). Geplant war ein Lauf so um die 90 Minuten. Die Strecke war eigentlich egal, eine grobe Route hatte ich aber schon im Kopf, die Playlist war eher ruhig und entspannt.

Auf den ersten Kilometern war in meinem Kopf recht viel los. Da wurde der Tag durchdacht, ein paar Termine mental geschoben, ein Training für den Nachmittag vorbereitet, einige Infos in die entsprechenden Schubladen gepackt, das ein oder andere Problemchen gewälzt und kleingelaufen, die Strecke etwas erweitert, da es gut lief, der Körper gescannt, und irgendwann war der Kopf plötzlich leer, vollkommen unbemerkt von mir.

Und dann kam ein Gefühl, das ich gerne mag, das ich nur schwer beschreiben kann und von dem ich auch immer erst im Nachhinein weiß, dass es da war. Das ist für mich wie ein Nickerchen beim Laufen und fühlt sich an, als würde ich eigentlich auf dem Sofa liegen und vom Laufen träumen. Viele Läufer, die dieses Gefühl kennen, nennen es den Flow. Da bin ich voll und ganz im Rhythmus, laufe total mühelos, atme entspannt, nehme weder die Gegend, noch die Musik, noch sonst etwas so richtig wahr. Und dann passiert es irgendwann, dass ich plötzlich „aufwache“ – heute, weil ein Eichhörnchen mir direkt vor die Füße sprang – und mich frage, wieso ich schon fast wieder zu Hause bin und woher ich eigentlich komme – hier wollte ich auf jeden Fall eigentlich gar nicht sein.

Was passiert da eigentlich in unserem Körper?

Dieses Tunnellaufen passiert bei längeren Läufen im niedrigen Herzfrequenzbereich, laut Wissenschaft ziemlich genau im Bereich um die 75% der HFmax. Das heißt, dass Ihr lauft, ohne dass der Körper zu stark gefordert wird. Also so, dass Ihr gerade optimal ausgelastet seid, im aeroben Bereich. Nach einer Ausdauerbelastung in dieser Art, finden sich im Blut von Läufern erhöhte Mengen an Endorphinen, die schmerzstillend und euphorisierend wirken, ähnlich, wie z.B. Morphium.

Aber Wissenschaftler sind sich ziemlich einig, dass sich der Flow nur durch die Endorphine nicht erklären lässt, da muss es noch etwas anderes geben…

Wissenschaftler der Uni Halle haben durch Tests herausgefunden, dass bestimmte Regionen im Gehirn im Moment des Flows nicht mehr so intensiv arbeiten wie gewohnt – diese also quasi heruntergefahren, oder im wahrsten Sinne des Wortes abgeschaltet werden. Die Theorie der Wissenschaftler sieht so aus, dass sich das Gehirn komplett auf die Laufbewegung und die damit verbundene Koordination konzentriert und nicht geforderte Bereiche des Gehirns heruntergefahren werden. Zum Beispiel auch der sogenannte präfrontale Cortex, der für das Sortieren, Problemlösen, Gegend gucken, Lernen und auch die Zeitwahrnehmung zuständig ist. Der Kopf ist also leer, alles was uns sonst so beschäftigt ist „abgeschaltet“ und wir laufen völlig unbelastet vor uns hin.

Für mich sind das äußerst entspannende Läufe, bei denen ich so einiges mit mir selbst geregelt bekomme und dazu noch total abschalten kann. Ich komme dann nach Hause und fühle mich eher frisch und ausgeruht als durch das Training gefordert und belastet. Pure Wohlfühlläufe.

Wie sieht das bei Euch aus? Erlebt Ihr das auch regelmäßig? Oder gab es das bei Euch noch nie? Wenn nicht, habt Ihr eine Erklärung dafür? Denkt doch mal darüber nach!

 

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